Einwände

Die Themen „Änderung des Flächennutzungsplanes“ und „Windenergie“ sind sehr komplex. Wir haben umfangreiche, begründete Stellungnahmen verfasst und der Gemeinde übergeben.

Es ist unser Anliegen, dass die Ratsmitglieder unsere Einwände verstehen. Nicht nur, damit sie die Interessen der betroffenen Kalletaler Bürger vertreten können, sondern auch, damit sie die, unserer Meinung nach, nicht rechtssicheren Punkte in dem Gutachten erkennen.

Nur mit einem rechtssicheren Flächennutzungsplan ist eine drohende Verspargelung des landschaftlich so schönen Kalletals zu vermeiden.

Hier wollen wir in den nächsten Tagen einige unserer Einwände in gekürzter Form und mit eigenen Illustrationen vorstellen. (11.11.2014)

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1.

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Der FNP (Flächennutzungsplan) als planerisches Gesamtkonzept benötigt schlüssige, nachvollziehbare Kriterien, die in der ganzen Region einheitlich angewendet werden.

Die Kriterien wurden in dem Gutachten jedoch willkürlich angewandt und nicht einheitlich auf alle Potenzialflächen.

  • Landschaftsschutz / zu schöne Landschaft aus gutachterlicher Sicht
  • Zu geringe Größe
  • Windhöffigkeit
  • Einkreisung/Umzingelung von Orten
  • Wasserschutzzone III
  • Wochenend- und Ferienhäuser / Orientierungswerte nach der TA Lärm
  • Abstände zur Wohnbebauung

18 Potenzialflächen wurden vom Gutachter untersucht.
13 Flächen wurden davon gestrichen, mit Begründungen, die dann leider nicht gleichermaßen auf die Potenzialfläche q (von Niedermeien bis Herbrechtsdorf) angewandt wurden.
Eine ergebnisoffene Herangehensweise ist also nicht erkennbar und damit ist das Ergebnis, also die geplante Vorrangzone von Niedermeien bis Herbrechtsdorf, anfechtbar.

Warum gelten die angewandten Kriterien nicht auch für die
Potenzialfläche q ?

 

2.

Erholung

Landschaftsorientierte Erholung

Die geplante Vorrangzone 3 (Niedermeien bis Herbrechtsdorf) befindet sich im Bereich für den Schutz der Landschaft und die landschaftsorientierte Erholung. Die Windenergienutzung ist mit der konkreten Schutzfunktion dieses Bereiches nicht vereinbar, weil dieser Bereich eine hochwertige Funktion für Naturschutz, Landschaftspflege und die landschaftsorientierte Erholung erfüllt.

Dieser Bereich dient insbesondere der naturnahen Erholung (z.B. Spazierengehen, Wandern, Radfahren und Reiten), die von Windparks optisch und akustisch gestört wird. Die Wertigkeit des Raumes für den Erholungsnutzen dokumentiert sich durch verschiedene Wanderwege, die teilweise als überregional verlaufende Routen auch Radwanderer aus entfernteren Gebieten in diese Region führen (z.B. Kalletaler Pfad – Wanderweg mit einer Länge von 52 km, örtliche Wanderwege A2 und A3, sowie Radwanderweg 2).

 

3.

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Im Allgemeinen wird ein Abstand von 5 km zwischen Windparks untereinander  als notwendig erachtet.

Der Windpark auf dem Kleeberg bei Henstorf und Niedermeien (11 Windräder) und die geplante Vorrangzone 3 (Niedermeien bis Herbrechtsdorf) liegen mit einem Abstand von 955 m viel zu nah beieinander.

Das Resultat ist eine völlige Überfrachtung der gesamten Landschaft und eine Unzumutbarkeit für die Bewohner von Henstorf und Niedermeien.

 

4.

Einkreisen_7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Umzingelung – Überfrachtung

Visuelle Überlastungserscheinungen und ein Einkreisen von Orten sind grundsätzlich zu vermeiden.

Bei der Potenzialfläche e (Bentorf) wird eine Anordnung von Windrädern über eine Länge von mehr als 2 km, die die Ortslage umgeben würde, als nicht zumutbar für die Anwohner eingestuft.
Diese Gründe werden auch für vier andere Potenzialflächen genannt.

Genau diese Begründung muss auch bei der Beurteilung der Potenzialfläche q (geplante Vorrangzone 3) herangezogen werden. In Verbindung mit dem bereits vorhandenen Windpark auf dem Kleeberg (11 Windräder), würde sich eine Erstreckung von rund 5,5 km (ca. 5460 m) um die Ortslage Henstorf ergeben.

Hier handelt es sich um einen eklatanten Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung. Eine sachlich gerechtfertigte Standortauswahl ist nicht erkennbar.

Auch hier fordern wir eine Gleichbehandlung aller Potenzialflächen und damit eine Streichung dieser Fläche als mögliche Konzentrationszone.

 

5.

Schutzabstand

 

 

 

 

 

 

 

Für die querende 30kV Freileitung und die querende Gasfernleitung in der Potentzialfläche q (geplante Vorrangzone 3 – Niedermeien, Henstorf, Bavenhausen, Brosen) wurden keine Schutzabstände berücksichtig. Warum nicht?

Um nicht auf die dann verbleibende geringe Größe aufmerksam zu machen, die bei anderen Potenzialflächen zum Ausschluss als Vorrangzone führten?

 

6.

Leader-Projekt-Reiten

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Dezember 2013 ging der Zuwendungsbescheid für das EU-geförderte LEADER-Projekt “Reiten und Kutsche fahren in Kalletal” ein. Bis September 2014 werden im Rahmen des Projektes insgesamt vier Routen ausgewiesen, die sowohl für Reiter als auch Kutschfahrer geeignet sind. Die wenig zersiedelte Landschaft der Gemeinde Kalletal mit den zahlreichen Wirtschaftswegen bildet eine gute Grundlage für die Ausweisung von Reit- und Kutschrouten. Die Routen liegen entweder direkt in der geplanten Vorrangzone 3 oder verlaufen in unmittelbarer Nähe.

Das bewilligte Projekt und die ausgewiesene Vorrangzone schließen sich definitiv aus!!!

 

7.

Windmühle

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Dezember 2013 ging der Zuwendungsbescheid für das EU-geförderte LEADER-Projekt “Sanierung der Windmühle in Bavenhausen” ein. Die dringend sanierungsbedürftige Windmühle erhält eine neue Fassadenverkleidung und die Windmühlenflügel erhalten einen neuen Anstrich.

Ziel der Maßnahme ist der Erhalt historischer ländlicher Bausubstanz mit Ortsbild prägendem Charakter sowie die Steigerung der Attraktivität des Orts- und Landschaftsbildes.

Als Wahrzeichen Bavenhausens hat die Windmühle ebenfalls eine touristische Bedeutung. So verläuft der im Rahmen eines LEADER-Projektes geschaffene „Weg der Blicke“ nur wenige Hundert Meter von der Mühle entfernt, mit Aussicht auf diese, durch Bavenhausen. Auf der im Ort aufgestellten Wandertafel wird die Windmühle zudem als Entdeckertipp vorgestellt und zwei Rundwanderwege führen entlang der Mühle.

Das bewilligte Projekt und die geplante Vorrangzone 3 schließen sich definitiv aus!!!

 

8.

Zerschneidung

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Regionalplan Regierungsbezirk Detmold formuliert im Kap. B.II.3 Wald u.a. folgende Ziele (S. 54):

Ziel 7: „Eine Zerschneidung und Abtrennung von Teilflächen vorhandener Waldflächen ist zur Sicherung der vielfältigen Funktionen der Waldflächen zu vermeiden.“

Der Wald nahe Rasiek wird vom Halloh Wald durch die Ausbuchtung von der geplanten Vorrangzone 3 (Henstorf, Niedermeien, Bavenhausen, Brosen) getrennt. Ebenso sind weitere Bereiche der geplanten Vorrangzone 3 durch Waldstreifen getrennt. Würden diese Bereiche zu Konzentrationszonen erklärt, läge die oben beschriebene Zerschneidung und Abtrennung vor, die doch vermieden werden muss.

2 Antworten auf Einwände

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